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Warum Jugendweihe?

9. März
2 Min. Lesezeit


Nicht jeder kennt sie: die Jugendweihe. Bereits im 19. Jahrhundert durch einen Theologen ins Leben gerufen, ist sie die atheistische Antwort auf die Konfirmation. Sie beschreibt ein Ritual, bei dem die Jugendlichen ihren Übergang in das Erwachsenenalter feiern. In der DDR wurde diese Initiation wiederbelebt und hatte hier ihre Hoch-Zeit. Die Jugendweihe findet in der Regel um das 14. Lebensjahr statt und ist ein eher größeres Fest. Wie bei der Konfirmation schenken Familie, Freunde und sogar Nachbarn den Jugendlichen Geld. Dieses Geld wurde meistens für den Führerschein zurückgelegt, der auch damals schon verhältnismäßig teuer war.


Als echte Mecklenburgerin kenne ich Jugendweihen seit meiner Kindheit. Als mein erster Sohn 14 Jahre alt wurde und nicht konfirmiert werden wollte, war guter Rat teuer. Wir haben überall nach einer Möglichkeit gesucht, diesen Sprung ins Erwachsenenleben gebührend zu feiern. Keine Chance. Letzten Endes sind wir dann doch „nur“ mit der Familie essen gegangen. Das Geld gab es dann wie zu einer Geburtstagsfeier. Nur eben mehr. Danach war ich festen Willens, selbst diese Lücke zu schließen. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass immer mehr Eltern vor demselben Dilemma stehen, da sie ihren Kindern freistellen, ob sie konfirmiert werden möchten oder nicht. Daher freue ich mich sehr über das aufkeimende Interesse an der Jugendweihe auch im Schleswig-Holsteinischen Raum. Für eine schöne Zeremonie empfehle ich euch als Eltern immer, mehrere Jugendliche zusammenzufassen. Gemeinsam ist alles viel aufregender, größer und schöner. Das geht bei der Auswahl der Festkleidung los und weiter mit der Auswahl der Gäste, des Datums, der Location und der Rednerin. Viele Eltern lassen sich tolle Aufgaben einfallen, die die Jugendlichen vorab zu bewältigen haben. Hier kann man sich als befreundete Eltern, Kollegen oder Nachbarn kreativ verausgaben und hat auch schon Wochen oder Monate vorab Spass. Schließlich kommt der große Tag und die Jugendweihler stehen in ihren schicken Kleidern und Anzügen vor ihren Familien und Freunden. Ein bisschen aufgeregt nehmen sie nach der, zuerst formellen und dann persönlichen, Rede ihre Urkunden entgegen und können stolz darauf sein, einen wichtigen Meilenstein in ihrem Leben erreicht zu haben. Ob sich für sie im Alltag wirklich etwas ändert, obliegt den Erwachsenen. Für gewöhnlich ist diese Zeremonie geeignet, das Kindsein ein Stück abzustreifen und mehr als junger Erwachsener gesehen zu werden.

 
 
 

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